Mo

08

Feb

2010

Teamentwicklung - Timing ist alles!

(c) W. Broemmer / www.PIXELIO.de (c) W. Broemmer / www.PIXELIO.de

Eine Frage: Wann fährt man am besten in den Urlaub, zur Arbeit oder zum Einkaufen? Antwort: wenn's kein anderer tut! Antizyklisch zu handeln bedeutet, weniger in der Schlange zu stehen. Das schont Zeit und Nerven.


Nächste Frage: Und wann macht man am besten Teamentwicklung? Antwort: Sicher nicht, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Timing is everything! Das gilt auch hier. Leider steht das Thema Teamentwicklung häufig „in der Schlange" mit anderen Themen. Entweder, das Team befindet sich mitten im heißesten Alltagsgeschäft und der „Sense of Urgency" (John P. Kotter) gilt anderen Dingen als dem Teamprozess. Oder das halbe Team befindet sich im Erholungsloch und vor, während oder nach einem Urlaub. Oder es geht dem Team einfach mal gerade richtig gut miteinander. In jedem dieser Fälle ist der Zeitpunkt für Teamentwicklung schlecht gewählt.

Aber gibt es dann überhaupt einen „guten" Zeitpunkt für Teamentwicklung? Für einen Workshop? Vielleicht muss man die Frage anders betonen: gibt es EINEN guten Zeitpunkt für Teamentwicklung? Vielleicht muss Teamentwicklung - besonders auch externe - viel stärker prozesshaft gedacht werden.


Teamentwicklung bekommt eine immer wichtigere Perspektive. Meine These ist: Wachsende Komplexität und Dynamik im Wirtschaftsalltag erfordern anpassungsfähigere Teamgefüge. Konnten sich bisher viele Arbeitseinheiten völlig auf Ihre Aufgabe innerhalb des Unternehmens konzentrieren, müssen sie heute und in Zukunft höchst sensibel für Änderungen ihrer Umwelt sein und schnell reagieren.


Teamentwicklung sollte folglich mehr sein, als Kennen lernen und Teamregeln vereinbaren. Wichtig ist, dass eine tragfähige Feedback-Architektur aufgebaut wird, die es dem Team erlaubt a) für die Leistungsfähigkeit des Teams relevante Informationen zu identifizieren und aus der Umwelt zu filtern, b) diese rechtzeitig im Team zur Sprache zu bringen und c) zu schnellen Anpassungsbewegungen zu kommen. Und das alles nicht zwischen oder parallel zum Alltagsgeschäft, sondern als integraler Bestandteil, als Selbstverständlichkeit.


Systemisch geprägte Menschen wissen, eine Information ist ein Unterschied, der einen Unterschied macht. Also was macht für Sie einen Unterschied? Um das zu jedem Zeitpunkt sicher sagen zu können, benötigen Sie einen Pegel, an dem Sie IST und SOLL markieren können. Ich schlage vor, mit dem Team Werte und Ziele zu reflektieren. Darin einen Konsens zu finden bedeutet, die Macht zu besitzen, Abweichungen feinfühlig zu registrieren.


Ein Beispiel für ein gelungenes Teamentwicklungs-Ergebnis: das IT-Team eines Automobilzulieferers macht jede Woche ein Lessons-learned-Stand-up. Für einen überschaubaren Zeitraum (ca. 15 Minuten) werden Infos über bearbeitete Projekte zusammengetragen und ausgewertet. Die Standard-Agenda ist stets dieselbe:

  1. Welche Probleme haben wir für wen gelöst?
  2. Welche Probleme haben wir wem verursacht?
  3. Arbeiten wir im Einklang mit unseren Zielen?

Die Instrumente sind da, es kann losgehen ... punktuell.

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