Di

16

Mär

2010

Coaching - Wenn's mal wieder länger dauert?

Ich frage mich verstärkt, wie lange dauert eigentlich ein Coaching? Natürlich weiß ich, wie vielfältig und differenziert letztendlich die Antwort ausfallen muss. Darin liegt ja gerade eine Stärke von Coaching. Der Prozess kann zeitlich flexibel so gestaltet werden, wie es zum Anliegen des Klienten passt.

 

Aber täuscht mein Eindruck, dass mit Coaching tendenziell eher "längere Dauer" assoziiert wird? Meist geht es doch um 4, 6, 8 oder 10 Sitzungen. Wird nicht allenthalben betont, welche Vorteile eine kontinuierliche Beschäftigung mit einem Thema hat? Sind wir nicht begeistert von Learning-Loops und nachhaltiger Verankerung von Veränderungen?

 

Szenenwechsel: Neulich im Coaching - 1. Sitzung

 

Coach: "Lassen Sie uns doch annehmen, Sie könnten Ihre Situation hier und heute nachhaltig verbessern ..."

Klientin: (erstauntes Schweigen) "Ja, wenn Sie meinen, dass das geht."

Auf den Punkt gebracht: Was suggerieren wir, wenn wir Langfristigkeit im Coaching betonen? Dass Lösungen hart erarbeitet werden müssen? Dass es keine Abkürzungen zur Verbesserung der Situation gibt?

 

Das wäre problematisch. Zum einen weil es wenig ökonomisch mit den Ressourcen der Klienten umginge. Und zu anderen weil es Abhängigkeit schafft und damit dem Grundsatz Hilfe zur Selbsthilfe zuwiderläuft. Die umgekehrte Suggestion finde ich konstruktiv und - wie das Beispiel zeigt - überraschend.

 

Eine Prämisse des Lösungsorientierten Kurzzeitansatzes ist, dass es reichen kann, wenn der Klient den ersten kleinen Schritt in Richtung der Lösung geht, etwas anders macht und sich die Situation für ihn verändert. Gleichzeitig lehrt Dr. Bernd Schmid seit langem "Informationsökonomie". Das bedeutet, dass der Coach sich nicht damit aufhält, den Klienten und sein Problem bis ins Kleinste auszukundschaften, bevor die Lösungsarbeit beginnt. Beide Ansätze gemahnen einen schonenderen Umgang mit Ressourcen und ein größeres Vertrauen in Entwicklung.

 

Ich würde mir selbst und dem Klienten stets erlauben anzunehmen, dass das Problem schnell lösbar ist. Und bezogen auf den obigen Fall, war es das tatsächlich ...

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