Mo
12
Apr
2010
Dr. Ekman übernehmen Sie – Der Fall Ferguson
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mich fasziniert der Gedanke, aus dem menschlichen Gesicht Emotionen ablesen zu können. Ich hatte hier bereits auf Dr. Paul Ekman verwiesen, der in jahrelanger Forschungsarbeit auf der ganzen Welt Daten zusammengetragen, analysiert und systematisiert hat (mehr Infos). Er hat herausgefunden, dass Emotionen sich unbewusst und der willentlichen Kontrolle entzogen im Gesicht abbilden, und das unabhängig von der jeweiligen Kultur.
Er behauptet, Gesichtsausdrücke - teilweise nur für den Bruchteil einer Sekunde gezeigt - exakt deuten zu können.
Intuitiv können wir alle das. Die Entdeckung der Spiegelneuronen vor einigen Jahren hat belegt, dass wir uns in einen anderen Menschen hineinversetzen können. In unserem Gehirn sind demnach dieselben Areale aktiv, wie bei unserem Gegenüber, wenn dieser z.B. lächelt oder nach einem Stift greift. Nur dass diese Deutungen unbewusst ablaufen.
Die Fußballinteressierten haben eventuell das Halbfinale in der Champions League zwischen Manchester United und dem FC Bayern München verfolgt. In Kürze: Der Star der Engländer Wayne Rooney hatte sich im Hinspiel am Knöchel verletzt. Sein Einsatz im Rückspiel war mehr als fraglich. Am Tag vor dem Spiel sagt sein Trainer (Sir Alex Ferguson), dass er nicht spielen werde. Am Spieltag, in allerletzter Sekunde taucht Rooney plötzlich auf dem Meldebogen auf und spielt. War es eine spontane Wunderheilung? Oder war es ein geschickt inszeniertes Verwirrspiel, um den Gegner zu irritieren?
Ich dachte mir, schau ich mir doch mal das Video der Pressekonferenz an, auf der Ferguson der Welt erklärte, sein wichtigster Spieler würde nicht spielen (das Video wurde leider entfernt). Den Moment, in dem er diese Aussage macht habe ich ausgeschnitten (siehe Foto). Und was erkennen wir? Die Augen vom Betrachter aus nach oben links gerichtet gelten als Indiz, dass jemand versucht, einen visuellen Eindruck zu konstruieren. Er greift offensichtlich nicht auf eine Erinnerung zurück sondern bastelt sich seine Wirklichkeit selbst. Die Lippen presst er zusammen. Ein Hinweis darauf, dass er etwas zurückhalten muss. Die Augenbrauen hochgezogen ... ich habe keine Ahnung wie das ins Bild passt.
Für mich ist der Fall klar! Hier liegt ein raffiniertes Täuschungsmanöver vor. Funktioniert hat es, genutzt nicht. Was denken Sie?
