Mo

04

Okt

2010

Die Macht positiver Bilder

Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Donnerstag, der 01. Oktober 2010, Madrid. Die Fußballer von Bayer Leverkusen spielen gut und trotzen dem Titelverteidiger in der Europa League ein 1:1 ab. Sie führen zur Pause nicht unverdient mit 1:0. Kurz nach der Pause grätscht ausgerechnet Abwehrroutinier Sami Hyypiä seinen Gegenspieler im Strafraum um – Elfmeter – 1:1! Soweit die Ereignisse in Kürze. Nach dem Spiel gibt Bayer Trainer Jupp Heynckes zu Protokoll: „In der Pause habe ich noch gesagt, macht keinen Fouls in und um den Strafraum. Leider ist es unserem erfahrensten Spieler passiert.“

Mal ganz abgesehen davon, dass der Hinweis „macht keine Fouls im Strafraum“ irgendwo zwischen trivial und lächerlich anzusiedeln ist, ist dies ein gutes Beispiel für die „Theorie vom weißen Kaninchen“. Sie kennen das Experiment nicht? Dann denken Sie bitte genau jetzt einmal nicht an ein weißes Kaninchen! Na, was passiert? Genau, Sie sehen das, was es auszublenden gilt. Paradox, nicht wahr? Das liegt schlicht daran, dass unser Gehirn mit dem Wörtchen „nicht“ nichts anfangen kann. Wir können uns nicht ein Bild nicht vorstellen.

 

Die Bayer-Profis erhalten den Auftrag „spielt nicht Foul im Strafraum“ und was passiert? Hyypiä räumt ab. Es gilt das Prinzip: die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Und die Aufmerksamkeit liegt eben auf dem Foul im Strafraum. Es ist also egal, ob Jupp Heynckes sagt „foult nicht im Strafraum“ oder gleich „foult im Strafraum“. Die Moral von der Geschicht? Besser geht es ohne „nicht“.

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